user_mobilelogo

Entworfen von Jens Staude (Musik) und Pfarrer Reinhard Junghans (Texte)

 

(1) Regie-Hinweise für die Hausandacht:

Der Liturg leitet die Hausandacht. Die Texte können von verschiedenen Personen vorgetragen werden.

Wenn es die musikalischen Möglichkeiten gibt, kann mit einem Musikstück begonnen und abgeschlossen werden. Die Gesangbuchlieder sind vorzugsweise zu singen, aber können auch gemeinsam gelesen werden. Die vorgeschlagenen Lieder können auch durch andere ersetzt werden. Der Psalm kann von einer Person, aber auch im Wechsel oder von allen gemeinsam gebetet werden. Der Ruf des Kyriegebets kann ebenfalls gesungen oder gesprochen werden.

 

BEGRÜßUNG

Liturg: Der Friede Gottes sei mit euch.

Hausgemeinde: und mit deinem Geist.

Liturg: Uns bewegen die sich rasant überschlagenden Ereignisse zur Coronakrise. Viele von uns sind es gewohnt, nach vorn zu denken. Der Wochenspruch spricht für diese Mentalität. Jedoch werden wir derzeit gezwungen, inne zu halten. Wie gehen wir mit dieser Spannung um? Welchen Blickwinkel machen für diese Fragestellung die für den Sonntag Oculi vorgeschlagenen biblischen Texte auf? Oculi bedeutet „meine Augen“, die sich auf den Herrn richten, wie es der Beter des Psalms 25 (V. 15) formuliert. Wir werden dann den Psalm 34 beten.

Da richten sich die Augen Gottes auf uns.

 

LIED: Evangelisches Gesangbuch (EG) 441, 1-3

„Du höchstes Licht, du ewger Schein“

 

PSALM 34 (Auszug) = Evangelisches Gesangbuch. Ergänzung (EG.E) 50 (Wochenpsalm)

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten

und seine Ohren auf ihr Schreien.

Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun,

dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.

Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR

und errettet sie aus all ihrer Not.

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

Der Gerechte muss viel leiden,

aber aus alledem hilft ihm der HERR.

Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,

dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.

Den Frevler wird das Unglück töten,

und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.

Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,

und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Alle: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar.

 

EVANGELIUM für den Sonntag Lätare Lukas 9, 57-62

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu Jesus: Ich will dir folgen, wohin du gehst.

Und er sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben

Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.

Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich

zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten

begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!

Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied

nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand

an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

 

LIED: Evangelisches Gesangbuch. Ergänzung (EG.E) 22

„Kreuz, auf das ich schaue“

 

APOSTOLISCHES GLAUBENSBEKENNTNIS (EG 804)

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, /

den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den

Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt,

gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage auferstanden

von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen

Vaters; / von dort wird er kommen, /

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige christliche Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen,

/ Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben.

Amen.

 

AUSLEGUNG zum Wochenspruch Lukas 9, 62

Jesus spricht: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Liebe Hausgemeinde,

wir kennen Jesus als sensiblen Menschen, der auf die Nöte der Menschen eingeht. Hier hören wir heute eher einen Spruch von einem Macher-Typen. Hauptsache es geht vorwärts, da kann man schon einmal ein unpassendes Problem beiseiteschieben. Wer sich da nicht wehren kann, hat Pech mit seinem Problem. Derjenige muss schauen, wie er damit klarkommt.

Die Weltwirtschaft strebt nach vorn. Da wollen Menschen Millionen verdienen und andere wollen am Wohlstand teilhaben. Da werden Ressourcen verbraucht, Hauptsache jetzt kann man den Erfolg vorweisen. Wer vom Wohlstandskuchen etwas abbekommt, glaubt sich glücklich.

Dann kommt auf einmal so ein blödes Virus daher, das Menschenleben gefährdet. Da kommt schnell die Frage auf: Was nützt mir aller Wohlstand, wenn ich auf einmal erkranke und vielleicht sogar sterben muss. Diese Frage steht auch sonst, wenn wir die Risiken des Lebens in den Blick nehmen. Was nützt uns ein schnelles Auto, wenn wir damit tödlich verunglücken? Was nützt uns ein Einfamilienhaus, wenn über den Baustress Beziehungen von uns zerbrechen?

Natürlich ist es eine schöne Vision, friedlich mit seinen Lieben in in einer schönen Wohnung zu leben. Natürlich ist es schön, wenn wir zügig von A nach B reisen können. Natürlich ist es schön, wenn wir Theater, Kunst, Sport oder überhaupt unseren Wohlstand genießen können.

Jedoch sollte dieser Wohlstand nicht unseren Lebensinhalt allein bestimmen. Dieser Macher-Spruch von Jesus will uns nicht zu mehr Wohlstand, Arbeit und dergleichen auffordern. Vielmehr ermutigt er uns, eben das Reich Gottes, die christlichen Werte, im Blick zu behalten. Gegen Wohlstand ist nichts an sich zu sagen, wenn dabei der Nächste im Blick bleibt, wenn die Fragen nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung Lebensentscheidungen prägen.

Leider wird uns oft erst in Krisen bewusst, wie zerbrechlich unser kleines Lebensglück sein kann. Die Angst, eben vom Coronavirus betroffen zu sein, lässt den üblichen Wohlstand und die üblichen Freiheiten schwer einschränken. Auf einmal kann man auf Vieles vom Wohlstand verzichten. Hoffentlich lässt uns das auch einmal grundsätzlich darüber nachdenken, wie wir mit Wohlstand umgehen, auch dann, wenn die Krise vorüber ist.

So ist es wichtig, ganz gleich welche Zeiten gerade herrschen, eben die christlichen Werte wachzuhalten und dadurch Jesus Christus nachzufolgen. Dann wird es uns auch gelingen, aus Krisen gereift hervorzugehen. Wir dürfen dabei auch als Einzelner oder als Gemeinde gewiss sein, wenn wir die Hand an den Pflug um des Reiches Gottes willen legen, dann wird uns Jesus Christus dabei mit seiner Segenskraft begleiten. Er vermag mit seiner Versöhnung Wunden zu heilen und mit seiner Barmherzigkeit neues wahrhaftiges und sinnerfülltes Leben zu stiften.

Amen.

 

LIED: Evangelisches Gesangbuch (EG) 395

„Vertraut den neuen Wegen“

 

FÜRBITTENGEBET mit Ruf „Oculi nostri ad Dominum Deum“ (EG 789.5)   2

Barmherziger Gott,

wie für einen Hungrigen Brot,

so bist du für alle, die dir vertrauen:

unentbehrlich, notwendig, lebenswichtig.

Wir bitten dich für alle, die dich rufen,

weil sie eine gute Hilfe in großer Not brauchen –

öffne ihre Augen und zeige ihnen einen Weg aus der Krise heraus.

Wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: Oculi nostri ...

Wir bitten dich für alle, die dich rufen,

weil ihnen die Kraft fehlt,

den Herausforderungen des Lebens standzuhalten –

gib ihnen den Mut, Nein zu sagen zu allem, was sie überfordert.

 

(2 Deutsch: Unsere Augen sehen steht auf den Herrn. Anstelle des Liedrufs kann die Hausgemeinde auch einfach sprechen: „Herr, erbarme dich.“)

 

Wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: Oculi nostri ...

Wir bitten dich für alle, die dich rufen,

weil sie in der Corona-Krise selbst betroffen oder verunsichert sind –

lass uns mit Augenmaß auf neue Informationen reagieren und

füreinander da sein, wenn Hilfe nötig ist.

Wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: Oculi nostri ...

Wir bitten dich für alle, die dich rufen,

weil sie sich für dich entschieden haben und dir nachfolgen wollen –

begleite sie mit deinem Heiligen Geist und erfülle sie immer wieder mit der Kraft des Glaubens.

Wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: Oculi nostri ...

Wir bitten dich für alle, die dich rufen,

weil sie einen lieben Menschen wie auch immer verloren haben.

Tröste sie mit deinem Heiligen Wort und gib ihnen Kraft für die nächsten Schritte in ihrem

Leben.

Wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: Oculi nostri ...

Wir wissen, Gott,

unsere Sorgen sind auch deine Sorgen, unser Leid ist auch dein Leid,

unser Leben ist auch dein Leben, unser Tod ist auch dein Tod.

Auf dich können wir uns verlassen,

lass uns dies immer wieder spüren und erfahren.

Lasst all unsere weiteren Anliegen und Sorgen und, was uns in unseren Herzen bewegt, mit in

das Gebet hineinnehmen, das uns Jesus Christus gelehrt hat:

 

VATER UNSER

Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde Dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns

unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung,

/ sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die

Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN

Liturg: Der Herr segne und behüte uns, er lass sein Angesicht leuchten über uns und schenke uns seinen Frieden.

Hausgemeinde: Amen.

 

           

 


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.