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Entworfen von Jens Staude (Musik) und Pfarrer Reinhard Junghans (Texte)


(1) Regie-Hinweise für die Hausandacht:

 

Der Liturg leitet die Hausandacht. Die Texte können von verschiedenen Personen vorgetragen werden. Wenn es die musikalischen Möglichkeiten gibt, kann mit einem Musikstück begonnen und abgeschlossen werden. Die Gesangbuchlieder sind vorzugsweise zu singen, aber können auch gemeinsam gelesen werden. Die vorgeschlagenen Lieder können auch durch andere ersetzt werden. Der Psalm kann von einer Person, aber auch im Wechsel oder von allen gemeinsam gebetet werden. Der Ruf des Kyriegebets kann ebenfalls gesungen oder gesprochen werden.

 

BEGRÜßUNG

Liturg: Der Friede Gottes sei mit euch.

Hausgemeinde: und mit deinem Geist.

 

Liturg: Der Sonntag Lätare bedeutet „freue dich“. Es gibt viele gute Gründe, sich im Frühjahr

über das Wachsen der Blumen, über das schöne Wetter, die wärmende Sonne oder auch über

ein persönliches Glück zu freuen. Zurzeit gibt es viele Einschränkungen des öffentlichen Lebens,

die uns weniger erfreuen, die aber andere Menschen schützen werden. Diese Spannung

zwischen Erfreulichem und Nachdenklichem durchzieht auch sonst unser Leben. Nur dieser

Tage wird diese Spannung besonders deutlich. Schauen wir, was wir aus dem Wochenspruch

für unsere Fragestellung entnehmen können.

 

LIED Gesangbuch „Singt von Hoffnung“ 010, 1-4

„Christi Kreuz vor Augen“

 

PSALM 84 = Evangelisches Gesangbuch (EG) 734 (Wochenpsalm)

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!

Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;

mein Leib und Seele freuen sich

in dem lebendigen Gott.

Der Vogel hat ein Haus gefunden

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen -

deine Altäre, Herr Zebaoth,

mein König und mein Gott.

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;

die loben dich immerdar.

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten

und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,

und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern

und schauen den wahren Gott in Zion.

Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;

vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, unser Schild, schaue doch;

sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen

ist besser als sonst tausend.

Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause

als wohnen in der Gottlosen Hütten.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.

Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,

der sich auf dich verlässt!

Alle: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar.

 

EVANGELIUM für den Sonntag Lätare Johannes 12, 20-24

Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf

dem Fest. Die traten zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen:

Herr, wir wollen Jesus sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und

Philippus sagen’s Jesus. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen,

dass der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das

Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es

viel Frucht.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 98

„Korn, das in die Erde fällt“

 

APOSTOLISCHES GLAUBENSBEKENNTNIS (EG 804)

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, /

den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den

Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt,

gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage auferstanden

von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen

Vaters; / von dort wird er kommen, /

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige christliche Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen,

/ Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben.

Amen.

 

AUSLEGUNG zum Wochenspruch Johannes 12, 24

Jesus spricht: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn

es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

 

Liebe Hausgemeinde,

wir kennen alle den Vorgang eines absterbenden Samens, aus dem sich neues Leben entwickelt.

Der Same wird danach nicht mehr erkennbar sein, aber die schöne Pflanze, die daraus erwachsen

ist. Sie wird neue Samenkörner in die Welt setzen und der Kreislauf beginnt von vorn.

Dieser ewige Kreislauf des Vergehens und Werdens ist mit verschiedensten Herausforderungen

verbunden, die einerseits mitunter das Leben der Pflanze gefährden, aber andererseits

auch befördern.

Bei den Menschen ist es ganz ähnlich. Werdendes Leben benötigt auf seinem Weg Zuwendung,

Ermutigung und Wärme. Eltern stecken viel Zeit und Kraft in ihre Kinder, damit sie eine

gute Entwicklung nehmen können. Manche Eltern verzichten auch ihre berufliche Karriere, um

ihren Kindern ein gutes Zuhause zu schenken. Andere verzichten auf die große Weltreise und

ermöglichen ihren Kindern eine gute Ausbildung. Wieder andere verzichten auf manche ihrer

Wünsche und Träume, damit sie genügend Zeit für ihre Kinder haben. Kindererziehung ergibt

sich nicht so von allein, Kinder brauchen die Grunderfahrung von Geborgenheit und Vertrauen.

Mit dieser Erfahrung im Herzen können sie selbst schwierige Wegstrecken ihres späteren Lebens

meistern.

Damit wir Menschen unseren Lebensweg in guter Weise gehen können, hat Gott Jesus Christus

gesandt. Durch Kreuzigung und Auferstehung hat er uns seine vergebende Liebe gezeigt,

damit wir auf unserem Lebensweg trotz mancher Schuld und manchem Versagen mit Gottvertrauen

und Optimismus in die Zukunft schauen können. Diese Zukunft wird uns auch mitunter

Schwere zumuten, aber mit dem göttlichen Funken im Herzen werden sich neue gute Wege

auftun. Diese vergebende Liebe Gottes ist das Vorbild für unser menschliches Handeln, das

über uns selbst hinausführt.

Wer mit Gottvertrauen und Zuversicht in sein Leben blickt, erreicht bestimmt nicht alles,

was er sich wünscht. Jedoch hilft ihm dieser Blick auf sein Leben, nach dem Sinn hinter allem

zu fragen und auch aus Erfahrungen Sinnvolles zu lernen. Dieses konstruktive Lernen ist keinesfalls

selbstverständlich. Unser Leben besteht aus Veränderungen. Nichts ist beständiger als

der Wechsel.

Diesen Prozess der Veränderungen können wir nicht aufhalten, aber wir können ihn mit unserem

Glauben und unseren Hoffnungen sinnvoll mitgestalten. Dabei wird es auf jeden Fall

Probleme geben, welcher Art auch immer. Da lässt sich bestenfalls zwischen den Herausforderungen

wählen, die wir haben wollen oder die wir meiden wollen. Kein Mensch wird Problemen

grundsätzlich ausweichen können.

Dennoch haben wir die Möglichkeit, hoffnungsvoll und zuversichtlich in die Zukunft zu

schauen, obwohl unsere Gegenwart unvollkommen ist und zurzeit gerade mehr Fragen stellt,

als dass sie Antworten parat hätte. Als Kinder Gottes sind wir mit Jesus Christus verbunden,

der sich für uns insbesondere bei Gott einsetzt. Mit dieser Perspektive im Herzen lassen sich

auch aus leidvollen Erfahrungen konstruktive Impulse für das Leben entwickeln.

Jesus Christus hat vorgelebt, wie selbst aus Leid und Tod neues Leben erwächst. Diese Hoffnung

auf ein Leben mit Gott verwandelt uns zu einem erneuerten Menschen, dem schon hier

auf Erden neue Lebenserfahrungen geschenkt werden. Der Glaube vermag aus dem Nachdenklichen

in dieser Welt Zukunftsträchtiges hervorzurufen. Ein lebendiger Glaube lässt uns immer

wieder erneuern. In jedem Moment unseres Lebens vermag die Kraft Gottes aus einem absterbenden

Weizenkorn neuen lebendigen Weizen sprießen zu lassen, und die Liebe Gottes Schwieriges

in Schönes für unser Leben zu verwandeln.

Amen.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 97, 1. 2. 6

„Holz auf Jesu Schulter“

 

FÜRBITTENGEBET mit Kyrieruf (EG 178.10)     (2)

Barmherziger Gott,

im Leiden der Welt bist du bei uns. Wir bitten dich: Bewahre uns und alle, die wir lieben. Halte

uns fest. Überlass uns nicht der Willkür lebensfeindlicher Kräfte. Erfülle unsere Herzen mit

Freude.

Wir rufen dich an:

Hausgemeinde: Herr erbarme dich. Christus erbarme dich. Herr erbarme dich.

Du, Gott der Rettung, bist Schutz und Schirm in den Stürmen dieser Welt. Wir bitten dich für

die Menschen in Angst: für die Verfolgten, für die Verzweifelten, die Verschleppten, für die

Kinder, die sich vor der Zukunft fürchten, für alle, die dem nächsten Tag mit Sorge entgegensehen.

Nimm sie unter deinen Schutz. Stimme in ihren Herzen ein Lied des Vertrauens zu dir

an.

Wir rufen dich an:

Hausgemeinde: Herr erbarme dich. Christus erbarme dich. Herr erbarme dich.

Du, Gott des Friedens, bist Kraft und Stärke. Hass und Gewalt hindern dich nicht, deinen Geschöpfen

treu zu sein. Wir bitten dich für die Opfer von Krieg und Gewalt: für die Menschen

in Syrien, für die Bewohner und Soldaten in Afghanistan. Schaffe Frieden in deinem Heiligen

Land.

Wir rufen dich an:

Hausgemeinde: Herr erbarme dich. Christus erbarme dich. Herr erbarme dich.

Du, Gott des Lebens, bist Hilfe und Hoffnung. Im Angesicht des Todes bist du da und schenkst

Trost. Wir bitten dich für alle, die trauern und deren Trauer uns alle bewegt. Heute denken wir

besonders an die Angehörigen und Freunde der Opfer der Corona-Pandemie. Sei mit deiner

Liebe bei ihnen. Erfülle ihr Herz mit deiner heilenden Lebenskraft. Vollende das Leben der

Verstorbenen in deiner Herrlichkeit. Stärke und behüte alle Menschen, die tagtäglich mit den

an Corona erkrankten Menschen zu tun haben.

Wir rufen dich an:

Hausgemeinde: Herr erbarme dich. Christus erbarme dich. Herr erbarme dich.

Du, Gott der Wahrheit, bringst die Lügen der Welt ans Licht. Wir bitten dich für deine weltweite

Kirche. Mach sie zur Zeugin für deine Gegenwart. Mach sie zur Botin der Versöhnung. Stärke

sie durch dein Wort und dein Sakrament. Sei in unserer Mitte mit deiner Liebe gegenwärtig.

Wir rufen dich an:

Hausgemeinde: Herr erbarme dich. Christus erbarme dich. Herr erbarme dich.

Du, Schöpfer und Quelle unseres Lebens, bist in Jesus Christus bei uns, und sendest uns deinen

Heiligen Geist, dem wir uns anvertrauen dürfen heute und alle Tage.

(2) Frei nach: https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php.

 

Lasst all unsere weiteren Anliegen und Sorgen und, was uns in unseren Herzen bewegt, mit in

das Gebet hineinnehmen, das uns Jesus Christus gelehrt hat:

 

VATER UNSER

Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde Dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns

unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung,

/ sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die

Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN

Liturg: Der Herr segne und behüte uns, er lass sein Angesicht leuchten über uns und schenke

uns seinen Frieden.

Hausgemeinde: Amen.

 

           

 


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