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Entworfen von Jens Staude (Musik) und Pfarrer Reinhard Junghans (Texte)

(1) Regiehinweise für die Hausandacht:
Der Liturg leitet die Hausandacht. Die Texte können von verschiedenen Personen vorgetragen werden. Wenn es die musikalischen Möglichkeiten gibt, kann mit einem Musikstück begonnen und abgeschlossen werden. Die Gesangbuchlieder sind vorzugsweise zu singen, aber können auch gemeinsam gelesen werden. Die vorgeschlagenen Lieder können auch durch andere ersetzt werden. Der Psalm kann von einer Person, aber auch im Wechsel oder von allen gemeinsam gebetet werden. Der Ruf des Kyriegebets kann ebenfalls gesungen oder gesprochen werden.

 

Begrüßung

Liturg: Der Friede Gottes sei mit euch.
Hausgemeinde: und mit deinem Geist.

Liturg: Am Palmsonntag zieht Jesus in Jerusalem ein. Er soll erhöht werden. Im Moment des Einzugs ist das den umherstehenden Menschen nicht klar. Erst im Nachhinein können sich das die Freunde Jesu erschließen. Wie vollzieht sich die Erhöhung Jesu? Was bedeutet das für unseren Glauben und für unser Leben? Zu diesen Fragen möchte die Hausandacht Impulse setzen.

 

Lied Evangelisches Gesangbuch. Ergänzungsheft (EG.E) 5, 1-4

„Wir gehen hinauf nach Jerusalem“

 

Hymnus aus Philipper 2 = Evangelisches Gesangbuch (EG) 760

Seid so unter euch gesinnt,

wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:

Er, der in göttlicher Gestalt war,

hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

sondern entäußerte sich selbst

und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich

und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst

und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht

und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,

dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

und alle Zungen bekennen sollen,

dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Alle: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar.

 

Evangelium für den Sonntag Palmarum Johannes 12, 12-19

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.

Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

 

Lied Evangelisches Gesangbuch (EG) 91, 1-3. 7

„Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken“

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis (EG 804)

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, /

den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, /

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige christliche Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben.

Amen.

 

Auslegung zum Wochenspruch Johannes 3, 14f

Jesus spricht: Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

 

Liebe Hausgemeinde,

alles, was wir für bedeutend halten, muss erhöht werden. Große Firmen bauen Wolkenkratzer und keine flachen Hütten. Olympiasieger steigen auf das Treppchen und gehen nicht die Treppe hinab. Schon das alte Israel und auch die anderen Kulturen bauten ihre Heiligtümer auf Bergen. Kurz vor unserem Bibelwort wird auf die Geschichte des Mose mit der ehernen Schlange Bezug genommen. Wer von den von einer Schlange gebissenen Israeliten diese erhöhte Schlange anschaut, wird leben (4. Mose 21, 8f). Meditationsbilder zu Bibelworten schauen nach oben und nehmen sich oft Bergmotive. Obwohl wir wissen, Gott kann überall sein, stellen wir uns ihn doch irgendwie vorzugsweise oben hinter den Wolken vor, wie er auf uns herabschaut. Stimmungsvolle Sonnenuntergänge laden zu solchen Gefühlen ein. Zielstrebige Menschen blicken nach vorn und gern nach oben, was so die Karriereleiter vielleicht noch so bringen kann.

Nun ist dieses immer Höher, Schneller und Weiter ambivalent. Es mag jedem sein Rekord gegönnt sein, aber mitunter entsteht da ein Leistungsdruck, der für Menschen nicht gut ist. Allzu oft werden dafür auch Ressourcen verbraucht, die nachfolgenden Generationen fehlen werden. Wer nicht erfolgreich ist, hat keinen Wert und wird an den Rand der Gesellschaft oder der Gemeinschaft gedrängt.

Nun soll Jesus erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben erhalten. Was ist mit denen, die nicht an ihn glauben? Offenbar sollen sie das ewige Leben nicht bekommen. Aber was heißt, an den Menschensohn, an den Botschafter Gottes, glauben?

Ist es damit getan, zu glauben, Jesus wird der Sieger sein und alles wird gut? Für die biblischen Erzähler ist Glauben keine statische Größe, die man erfüllt oder nicht erfüllt.

Die Erhöhung von Jesus hat so seine eigene Dynamik, die nicht so unseren menschlichen Vorstellungen entspricht, wie sich Erhöhung vollziehen sollte. Der Satz Jesu aus dem Gespräch mit dem jüdischen Lehrer Nikodemus führt nicht dazu, dass der Lebensweg Jesu besonders geradlinig nach oben führt.

Für Jesus geht es erst einmal hinab in das Tal. Er durchlebt die Leiden der Menschen und selbst der Tod wird ihm nicht erspart. Seine Jünger sind danach völlig verzweifelt und schließen sich ein. Aus dieser Lebenslage wird der Aufstieg zu einer Weltreligion beginnen. Diese Erfahrung gehört elementar zum christlichen Glauben dazu.

Als die ersten seiner Nachfolger, insbesondere die Frauen am Grab, spüren, Jesus ist als Christus unmittelbar gegenwärtig, seine Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes ist mit seinem Tod nicht gestorben, beginnt eine neue Sicht auf das Leben und die Welt. Diese Botschaft von Jesus Christus lebt weiter, wenn sie verkündigt und gelebt wird. In diesem Geschehen vollzieht sich Glauben und eröffnet neue Welten, die Menschen hier auf Erden innerlich bereichern. Aus diesem Erleben heraus werden Menschen auch über den irdischen Horizont hinausblicken und ein Leben bei Gott in den Blick nehmen.

Dieser glaubende Blick weiß auch etwas davon, dass Höhen des Lebens oft erst durch tiefe Täler errungen werden. Dieser Blick des Glaubens traut dem kleinsten Senfkornglauben Großes zu. Dieser Blick des Glaubens deutet das eigene Leben mit der Botschaft Jesu Christi und schöpft daraus die Hoffnung, diese eigene gebrochene, unvollkommene, leidvolle Leben wird zu einer neuen Herrlichkeit bei Gott geführt. Amen.

 

Lied Evangelisches Gesangbuch (EG) 76

„O Mensch, bewein dein Sünde groß“

 

Fürbittengebet

Gott, höre unsere Stimme,

wenn wir für alle bitten, deren Hilferufe nicht zu hören sind,

weil sie keine Worte mehr finden in ihrer Verzweiflung,

weil Mächtige sie mit allen Mitteln unterdrücken,

weil sie aufgegeben haben, um ihr Leben zu kämpfen,

schon lange keine Hoffnung mehr haben,

dass irgendein Mensch sich ihrer annimmt.

Herr, wir rufen zu Dir:                Hausgemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Gott höre unsere Stimme,

wenn wir dich für die Menschen bitten,

die Opfer von Gewalt geworden sind,

und für die vielen Menschen,

die davor Angst haben, in einen Gewaltakt hineingezogen zu werden,

die sich ohnmächtig gegenüber den Spiralen der Gewalt fühlen.

Lass die Verantwortlichen besonnen und maßvoll

auf Gewaltverbrechen reagieren, damit Gewalt nicht nur mit Gewalt beantwortet wird sowie Frieden und Gerechtigkeit als unumstößliche Werte erkennbar bleiben.

Herr, wir rufen zu Dir:               Hausgemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Gott höre unsere Stimme,

wenn wir für die Familien und Menschen in unserem Umfeld bitten, die sich in einer schwierigen Lebenslage befinden. Lass ein gutes Miteinander auf dem gemeinsamen Weg erfahrbar sein. Mache Menschen bereit, gute Worte und Taten der Unterstützung zu finden.

Herr, wir rufen zu Dir:                Hausgemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Gott, höre unsere Stimme,

wenn wir Dich für die Menschen in unserer Stadt, in unserer Region, bitten,

die arbeitslos, krank oder behindert sind,

die als Flüchtlinge, ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen

unter uns leben,

die durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht sind.

Lass das Leben in unserer Gesellschaft nicht durch Missgunst und Hass bestimmt werden. Fördere das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Völkern, zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Armen und Reichen.

Herr, wir rufen zu Dir:                Hausgemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Barmherziger Gott, höre unsere Stimmen.

Wir vertrauen dir unsere ausgesprochenen und unausgesprochenen Bitten an und wissen sie in guten Händen.

Schenke uns deinen Frieden.

Amen.

 

Vater unser

Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde Dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Liturg: Der Herr segne und behüte uns, er lass sein Angesicht leuchten über uns und schenke uns seinen Frieden.

Hausgemeinde: Amen.

 

           

 


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