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Erzieher/in gesucht

Die Evangelische-Lutherische Kirchgemeinde St. Marien sucht dringend ab sofort eine(n) Erzieher(in) bzw. Heilerziehungspfleger(in) als Krankheitsvertretung in unserer Kindertagesstätte Marienkäfer in Voll- oder Teilzeit bis ca. Sommer 2018.


Bitte melden Sie sich im 

Pfarramt 03433-802185 oder bei der
KiTa-Leiterin, Frau Rösig, unter 03433-260747.

 

Seit langer Zeit prägt die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Braunkohle das Gesicht der Region um Borna südlich von Leipzig: Unübersehbar die riesigen Tagebaue, auch wenn durch Flutung vieler ehemaliger Tagebaulöcher und durch die Planung von Erholungsgebieten an den so geschaffenen künstlichen Seen manch klaffende Wunde in der Landschaft langsam wieder vernarbt.

Vor allem in der Vergangenheit brachte die Kohle vielen Menschen Arbeit und Verdienst.

Doch gibt es bei der Art der Kohlegewinnung eine Kehrseite: Um zu den oft tief in der Erde verborgenen Kohlelagerstätten vordringen und wirtschaftlich arbeiten zu können, muss der darüberliegende Boden auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern abgetragen werden - auch dann, wenn sich dort Siedlungen befinden. Bisher sind dem Braunkohlentagebau deshalb schon insgesamt 23 Ortschaften mit 11 Kirchen zum Opfer gefallen.

Der 24. Ort ist Heuersdorf, ein Dorf nur etwa 12 km von Borna entfernt. Ein Dorf mit einer langen Geschichte. Ein Dorf dessen ältestes erhaltenes Bauwerk die 1258 errichtete Emmauskirche ist.

Bereits 1950 wurde Heuersdorf zum „Bergbauschutzgebiet“ erklärt und damit für die Abbaggerung durch den im Jahr zuvor neu aufgeschlossenen Braunkohlentagebau Schleenhain vorgesehen.

Letzte Hoffnung 

Zur „Wendezeit“ 1989 hatten die Bewohner Heuersdorfs bereits 40 Jahre mit dem „Damoklesschwert Tagebau“ gelebt und schöpften nun Hoffnung ihr Dorf vielleicht doch noch vor der Zerstörung retten zu können. Sie beschlossen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln um den Fortbestand ihres Heimatdorfes zu kämpfen. Ein erster Rückschlag war dabei der 1994 gefasste Beschluss der sächsischen Staatsregierung über die Devastierung Heuersdorfs. Doch die Heuersdorfer gaben nicht auf und strengten eine Klage an. Demonstrativ fand 1997 einer der Eröffnungsgottesdienste des Evangelischen Kirchentages in Heuersdorf statt.

Im Jahr 2000 schien es, als hätten die engagierten Heuersdorfer ihr Ziel schon fast erreicht: Der Sächsische Verfassungsgerichtshof entsprach der Klage Heuersdorfs und verwarf das sogenannte Heuersdorf-Gesetz über die Devastierung.

Eine neue Chance

Doch 2004 wurde ein neues „Heuersdorf-Gesetz“ verabschiedet, das die Überbaggerung des Dorfes ermöglicht. Eine erneute Klage Heuersdorfs gegen dieses Gesetz wurde vom Sächsischen Verfassungsgericht zurückgewiesen. Damit war der jahrelange nervenaufreibende Kampf für die Heuersdorfer endgültig verloren. Um ein Zeichen zu setzen, das die „Verletzungen“ aufnimmt und den Menschen Zuversicht gibt, verzichtete die Kirchgemeinde auf eine höhere Entschädigung und einigte sich statt dessen mit dem Betreiber des Tagebaus Schleenhain, dem Bergbauunternehmen MIBRAG, auf den Erhalt und die Umsetzung der Emmauskirche an einen neuen „würdigen“ Standort, der am Martin-Luther-Platz in Borna gefunden wurde.

Die Geschichte von Heuersdorf und seinen Einwohnern steht exemplarisch für die Geschichte vieler Orte in der Bergbauregion um Borna. Was von Heuersdorf bleibt, ist die Emmauskirche. Sie bewahrt die Erinnerung an ihren ehemaligen Standort Heuersdorf und ist gleichzeitig ein Ort des Gedenkens an alle devastierten Orte.

 

           

 


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